Wer jetzt glaubt, das geistige Onanieren beginnt, den muss ich einmal enttäuschen.
Es gibt noch einiges aufzuarbeiten. Vor allem aus der Aida.
Da ja vor der Philogreissler-Zeit die Aida unsere 2. Heimat war, gibt es da einiges noch zu berichten, um ein abgerundetes Bild unseres arbeitenden Daseins zu erhalten.
Dazu gehören einmal die feschen in zuckerlrosa gehaltenen Mädels, die uns den Kaffee servieren, da kann natürlich der Gerd nicht mithalten, zumindest meistens nicht. Bei einigen hat es eine Zeit lang gedauert, bis sie sich unsere Kaffeewünsche gemerkt haben. Aber nach mehreren Monaten hat es dann funktioniert, blöd ist es nur nach unserem Sommerurlaub gewesen (den verbringen der Tino und ich in den letzten Jahren auch gemeinsam, unsere Frauen sind da aber auch dabei), da war das Wissen unserer Wünsche bei einigen wieder futsch. Trotzdem fühlt man sich in einer Atmosphäre aus den 70igern auch recht wohl. Dazu gehört natürlich auch die seit Jahren nicht funktionierende Klimaanlage(im Winter nicht so schlimm) wie auch der betörende Geruch von Desinfektionsmittel, das der Ventilator aus dem Klo herausbläst(besser als was anderes). Interessant ist es auch, wenn sich Ortsfremde in die Aida verirren. Denn die meisten Besucher sind eingefleischte Stammgäste, die diese Institution hoch halten, z.B. ab 16 Uhr das Seniornkränzchen. Die werden auf Grund des natürlichen Abganges aber auch immer weniger. Dann Amelia, unsere portugisische Aida-Bekanntschaft, die schon seit Jahrzehnen in der Seidengasse wohnt. Ihre beiden Söhne betreiben ein portugiesisches Lokal im 5. Bezirk, das Senhor Vinho, da waren wir natürlich schon essen. Wir sind, wie schon erwähnt, keine Kostverächter. Damit die Gäste aber nicht nur mit köstlichen Hauptspeisen - meist Fisch, verwöhnt werden, steht Amelia zu Hause vor dem Herd und backt die portugiesischen Desserts, ja, so etwas gibt es wirklich, und sie schmecken vorzüglich. So vorzüglich, dass sie jetzt den Torten von Julia, Gerds Frau(die, die die Torten backt) Konkurrenz macht. Dass die Amelia auch beim Philogreissler ihren Kaffee genießt, ist ja nun offensichtlich. Auch wieder ein Aida-Fan weniger.
Nur wenn der Gerd manchmal nicht aufmachen will, weil er sich um seine Kinder kümmert, dann sind wir gezwungen auszuweichen. Aida oder GoWest, nein, das ist kein Western Steakhaus in Texas, sondern ein Lokal in der Westbahnstraße. Derzeit eines der wenigen Lokale, wo man noch rauchen darf. Uns wurscht, weil wir e nicht rauchen, und wir dort eigentlich am liebsten auf dem Ledersofa knotzen, aber da sitzt oft der Chef des Hauses und bespricht, welchen Sekt er in Dosen kaufen soll oder wieviel er von seinen Kunden für Klimaanlagen verlange soll(in heißen Sommermonaten). Das GoWest betreibt eigentlich seine Frau, er hat eine Installationsfirma.
Aber dann sperrt der Gerd ja doch auf, und wir können den Kaffee wieder geniessen. Generell ist zu sagen, dass eher Julia die geschäftstüchtigere von den beiden ist, außerdem kommt der Kaffee bei ihr schneller und ist genau so gut. Und sie kann es mit den Mädels von der Aida locker aufnehmen. Am Muster auf dem Cappuccino muss halt noch geübt werden, am Latte sowieso, da versinkt der Kaffee im Milchschaum, blubbbbb. Und schon wieder steht ein(großes) Kuchenstück von der Amelia neben dem Latte von Tino. Neben meinem Cappuccino steht nichts. Ich führe die Kalorien erst in den späten Abendstunden zu mir, da wirken sie besser.
Zurück zur Aida, wenn ich so zurückdenke, sind dort wichtige Entscheidungen gefällt worden, die sogar Millionen Euro bewegt haben. Als Beispiel nehme ich da ein Treffen im Jahr 2001 mit dem Wolfgang Lausmann, Vertreter von der Firma Dom. Als damals schon Langdienender in unserer Branche, hat er mir eine ganz besondere Art von Schlössern anbieten wollen, so wie es sich für einen pflichtbewußten Außendienstler gehört. Sicher hat ihn sein Chef, der Markus Pletterbauer dazu genötigt. "Ja, recht nett, aber da habe ich keinen großen Bedarf, aber für unsere neuen Sicherheitstüren suche ich Beschläge, Schlösser und Zylinder." Dazu ist zu sagen, dass wir zu damaligen Zeitpunkt keine Geschäftsbeziehung hatten. Natürlich hat der Wolfgang Lausmann den Kaffee bezahlt. Seit diesem Zeitpunkt sind wir Geschäftspartner und ich darf Wolfgang und Markus zu meinen engsten Geschäftsfreuden zählen. Der Wolfgang ist zwar schon in Pension, aber er zahlt trotzdem den Kaffee, wenn er ab und zu vorbeischaut und beim Golfspielen hat er mir auch einige gute Tipps gegeben.
Ganz speziell ist der schönste Vertreter in unserer Branche zu erwähnen. Der Wolfgang Lausmann war nur der zweitschönste. Aber das ist ein Thema für das nächste Mal. Dem muss ich ein eigenes Posting einräumen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen